In Kürze
Worum geht es in dem Podcast?
Nicolas Enriquez ist Pflegewissenschaftler und Dozent für pflegefachliche, pflegeassistierende und pflegeleitende Berufe. Hinweis: Er ist zudem als Berater bei 420 Pharma (Veranstalter und Sponsor dieser Konferenz) tätig — der Beitrag spiegelt seine persönliche Auffassung wider und richtet sich an medizinische Fachkreise.
In seinem Trailer zur Circle of Experts 2026 verbindet er pflegerische und pharmazeutische Perspektiven und diskutiert die Rolle von Aromapflege als möglichen Baustein einer pflegerischen Begleitung von Patient:innen mit cannabinoidbasierter Therapie. Konkrete Wirkungs- oder Indikationsaussagen bleiben dem fachärztlichen Gespräch vorbehalten — der Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.
Drei Formate an einem Tag - der Circle of Experts

Fachvorträge
Klinische Praxis aus Schmerz- und Palliativmedizin, Neurologie, Pharmakologie, Pflege und Apotheke. Kurze Slots, hoher Praxisbezug, Q&A direkt im Anschluss.

Fachdiskussionen
Moderierter Austausch zwischen Klinik, Praxis, Apotheke und Pflege. Themen werden vorab gesammelt und gemeinsam priorisiert.

Netzwerken
Klinik, Praxis, Apotheke und Pflege kommen in kleinen Tischrunden gezielt miteinander ins Gespräch, vertiefen Kontakte aus dem Tagesprogramm und knüpfen neue Verbindungen.
Die Fachexpert:innen
Klinik, Forschung, Apotheke und Pflege — die Sprecher:innen kommen aus den Bereichen, in denen Medizinalcannabis täglich angewendet wird.

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel
Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Im Circle of Experts beleuchtet er ethische Aspekte der Medizinalcannabis-Therapie und plädiert für realweltliche Studien.

Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Prof. Dr. med. Thomas Herdegen ist Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie, langjähriger stv. Leiter des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie am UKSH Kiel. Mitautor der Praxisleitlinie Cannabis und Träger des Deutschen Schmerzpreises 2024.

Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander
Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander ist Facharzt für Allgemein- und Suchtmedizin, leitet das Kompetenzzentrum K.C.M. Hannover für Cannabismedizin und ist Präsident der Deutschen Medizinal-Cannabis-Gesellschaft (DMCG). Lehrbeauftragter zu Suchtmedizin, Psychopharmakologie und Cannabismedizin.

André Ihlenfeld
Dr. André Ihlenfeld ist Facharzt für Anästhesiologie und Schmerzmediziner sowie medizinische Leitung bei Copeia, wo er Projekte zur patientenbezogenen Datenerfassung unter Cannabistherapie verantwortet (u.a. Physicians Experience Platform). Co-Autor von Publikationen zu Cannabisarzneimitteln.
Weitere Informationen
[00:00] — Vorstellung Nicolas Enriquez und pflegewissenschaftliche Funktion (mit Sponsoring-Hinweis 420 Pharma)
[01:10] — Was Aromaöle pharmakologisch von ätherischen Ölen unterscheidet
[02:05] — Terpene und ihre Rolle in der pflegerischen Begleitung — Übersicht ohne Wirkversprechen
[03:00] — Aromapflege im interprofessionellen Team — Grenzen und Indikationsbezug
Mein Name ist Nicolas Enriquez. Man kennt mich, oder ich war letztes Jahr hier selbst einfach nur als Teilnehmer, aber damals auch noch vor allem in meiner Patientenfunktion. Heute spreche ich aus pflegewissenschaftlicher Perspektive. Hinweis: Ich bin zudem als Berater bei 420 Pharma tätig — die folgenden Ausführungen spiegeln meine persönliche Auffassung wider und richten sich an medizinische Fachkreise.
Wenn wir uns Aromaöle erstmal genauer anschauen, dann sind das nicht nur irgendwelche Duftstoffe, die wir riechen, sondern es sind komplexe Duftgemische aus vielen einzelnen Komponenten. Häufig Terpene, manchmal noch Alkohole, Ester, Schwefelverbindungen mit dabei. Aber das, was wir ganz, ganz häufig sehr stark wahrnehmen, wenn wir an Lavendel denken, dann nehmen wir zum Beispiel Terpene wahr. Und diese Aromastoffe haben eben diese riesengroße Komplexität: Wenn wir sagen, wir haben 100 Aromastoffe darin oder 100 bestimmte Bestandteile, dann haben wir potenziell 100 oder noch mehr potenzielle Wirkungsmechanismen, weil sie letztendlich in unserem biochemischen System eine Andockstelle haben.
Wir hatten einen Arm, der ausschließlich mit Limonen, also mit dem einzelnen Duftstoff aus diesem Aromastoff, als Medikament behandelt wurde. Dann wurde ein Präparat mit Cineol gegeben. Dann wurde ein Präparat mit Eukalyptusöl, also wirklich das Vollpräparat, gegeben, und dann wurde noch eine Gruppe mit Mandelöl sozusagen verglichen. Wir hatten standardisierte Angstskalen, die letztendlich zur Stimmungserfassung genutzt worden sind, davor und danach, um den Vergleich auch tatsächlich vergleichen zu können. Und was haben wir am Ende herausgefunden oder was war am interessantesten? Dass eben das Cineol das Produkt war, was am stärksten die Angst reduzieren konnte. Nicht das Eukalyptusöl selbst oder das Limonen, sondern an der Stelle eben Cineol.
Was wichtig ist, ist natürlich, dass wir diesen Prozess standardisieren. Wir benutzen gleiche, standardisierte Assessments, um einen Vergleichswert für vor und danach zu haben. Wir schauen auf Allergie-Risiken, wir schauen auf die Lagerung dieser Produkte. Sie können sich natürlich alle selbst einfach den Aromastoff in der Apotheke holen, aber der wichtige Unterschied zur klinischen Anwendung ist, wie bei allen anderen Medikamenten auch: Wir haben eine Beobachtung, wir bringen es in den Pflegeprozess mit ein und können dadurch die entsprechende Therapie mit begleiten oder sogar deutlich besser steuern, als es nur von der Verordnung aus der ärztlichen Seite kommt.
Und wenn wir jetzt hier schauen — Alpha-Pinen, Delta-Limonen, Beta-Myrcen, Beta-Caryophyllen — was haben wir da vielleicht für hypothetische Wirkungen, die wir damit erzielen können? Und das ist eben genau das Gleiche, das wir in der Aromapflege machen. Wir haben ein Aromaöl, wir schauen, welche Wirkung dieses Aromaöl auf diesen Patienten oder diese Patientin haben könnte. Welche Leidensbereiche möchten wir gerade lindern? Mit einem Alpha-Pinen haben wir vielleicht eine klärende, eine konzentrierende Wirkung. Mit einem Delta-Limonen haben wir eine Stressreduktion. Beta-Caryophyllen wird in der Forschung als Bestandteil pharmakologischer Diskussionen untersucht — konkrete therapeutische Aussagen sind dem fachärztlichen Gespräch vorbehalten. Die Wechselwirkungen zwischen CBD und THC am Endocannabinoidsystem sind Gegenstand laufender Forschung — Details bleiben dem fachärztlichen Gespräch vorbehalten.







