CoE Podcast 2026 mit Prof. Dr. Sven Gottschling
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In Kürze

Worum geht es in dem Podcast?

Prof. Dr. med. Sven Gottschling, geboren 1971 in Stuttgart, studierte Humanmedizin in Tübingen und absolvierte sein Praktisches Jahr in England und Südafrika. Nach Promotion und Facharztausbildung für Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinderhämatologie und -onkologie erwarb er Zusatzqualifikationen in spezieller Schmerztherapie, Palliativmedizin und Akupunktur und habilitierte sich 2009 zu komplementären Behandlungsmethoden in der Pädiatrie. Seit 2010 leitet er als Chefarzt das Zentrum für altersübergreifende Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar; seit 2014 ist er apl. Professor.

Im dritten Circle of Experts spricht Gottschling über mehr als 25 Jahre Erfahrung mit Cannabis-Verordnungen in der Palliativ- und Schmerztherapie – ein Erfahrungszeitraum, der weit vor das Cannabisgesetz von 2017 zurückreicht. Er beschreibt, wo Cannabinoide in der altersübergreifenden Versorgung als Therapieoption diskutiert werden: bei chronischen Schmerzen, in der Symptomkontrolle am Lebensende, bei tumorassoziierten Beschwerden und in komplexen pädiatrischen Verläufen, in denen klassische Therapielinien an Grenzen stoßen.

Als Autor zahlreicher Artikel zu Indikationen in der Hausarztpraxis und zur Sicherheit von Cannabinoid-Medikamenten verbindet er Praxis und Lehre und entwickelte das Curriculum für Palliativmedizin an der Universität des Saarlandes. Sein Anliegen: Patientinnen und Patienten in schweren Krankheitsphasen brauchen Ärztinnen und Ärzte, die Cannabinoide kompetent, indikationsorientiert und ohne ideologische Vorbehalte einsetzen. Die Folge richtet sich an alle, die palliativ und schmerzmedizinisch arbeiten – und an Verschreibende, die einen erfahrenen Blick auf einen sehr realen Versorgungsalltag suchen.

Drei Formate an einem Tag - der Circle of Experts

Mann hält Vortrag über Cannabis im Alter vor Publikum im Hotelkabinett.

Fachvorträge

Klinische Praxis aus Schmerz- und Palliativmedizin, Neurologie, Pharmakologie, Pflege und Apotheke. Kurze Slots, hoher Praxisbezug, Q&A direkt im Anschluss.

Frau mit Mikrofon spricht bei einem Treffen, umgeben von anderen Zuhörern in einem Büro.

Fachdiskussionen

Moderierter Austausch zwischen Klinik, Praxis, Apotheke und Pflege. Themen werden vorab gesammelt und gemeinsam priorisiert.

Frau mit Brille in Gespräch mit einem Mann, der eine Wasserflasche hält, in lockerer Umgebung.

Netzwerken

Klinik, Praxis, Apotheke und Pflege kommen in kleinen Tischrunden gezielt miteinander ins Gespräch, vertiefen Kontakte aus dem Tagesprogramm und knüpfen neue Verbindungen.

Beim nächsten Circle of Experts dabei sein.

Die Plätze vor Ort sind begrenzt. Bitte melden Sie sich verbindlich an — eine Bestätigung mit allen Details zum Programm erhalten Sie unmittelbar nach Ihrer Anmeldung.

Die Fachexpert:innen

Klinik, Forschung, Apotheke und Pflege — die Sprecher:innen kommen aus den Bereichen, in denen Medizinalcannabis täglich angewendet wird.

Portrait von Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Im Circle of Experts beleuchtet er ethische Aspekte der Medizinalcannabis-Therapie und plädiert für realweltliche Studien.

Arzt/Ärztin
Portrait von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen

Prof. Dr. med. Thomas Herdegen

Prof. Dr. med. Thomas Herdegen ist Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie, langjähriger stv. Leiter des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie am UKSH Kiel. Mitautor der Praxisleitlinie Cannabis und Träger des Deutschen Schmerzpreises 2024.

Arzt/Ärztin
Portrait von Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander

Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander

Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander ist Facharzt für Allgemein- und Suchtmedizin, leitet das Kompetenzzentrum K.C.M. Hannover für Cannabismedizin und ist Präsident der Deutschen Medizinal-Cannabis-Gesellschaft (DMCG). Lehrbeauftragter zu Suchtmedizin, Psychopharmakologie und Cannabismedizin.

Arzt/Ärztin
Portrait von Prof. Dr. med. Kirsten Müller-Vahl

Prof. Dr. med. Kirsten Müller-Vahl

Prof. Dr. med. Kirsten Müller-Vahl ist Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie an der MHH und 1. Vorsitzende der ACM und IACM. Sie leitet randomisierte kontrollierte Studien zu Cannabinoiden bei Tourette-Syndrom und Tic-Störungen.

Arzt/Ärztin
Portrait von Prof. Dr. Sven Gottschling

Prof. Dr. Sven Gottschling

Prof. Dr. med. Sven Gottschling ist Chefarzt des Zentrums für altersübergreifende Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Über 25 Jahre Erfahrung mit Cannabis-Verordnungen in Palliativ- und Schmerztherapie.

Arzt/Ärztin
Portrait von Dr. Christiane Neubaur

Dr. Christiane Neubaur

Dr. Christiane Neubaur ist Apothekerin und Geschäftsführerin des Verbands der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA). Sie moderiert die Podcasts „VCA Hanf Gespräch“ und „ArztCann“ und ist Co-Autorin des Sachbuchs „Cannabis – Heilkraft der Natur“.

Arzt/Ärztin
Portrait von Dr. med. Matthias Giesel

Dr. med. Matthias Giesel

Dr. Matthias Giesel ist Facharzt für Anästhesiologie und leitet die Schmerzklinik am Marienkrankenhaus Soest sowie die Praxis für Schmerztherapie und Palliativmedizin im Hospitalverbund MVZ Soest. Beratertätigkeit für die Pharmaindustrie zu Medicinal Cannabis.

Arzt/Ärztin

Dr. med. Daniel Huse

Dr. med. Daniel Huse ist Facharzt für Anästhesiologie mit Schwerpunkten Schmerztherapie, Palliativ- und osteopathische Medizin. In seiner Einzelpraxis in Remagen ist medizinisches Cannabis seit 2017 fester Bestandteil der Behandlung chronischer Schmerzen.

Arzt/Ärztin

Johannes Hoffmann

Johannes Hoffmann ist Apotheker und Gründer der Alle Farben Apotheke (Schreibersche Apotheke Melle), spezialisiert auf medizinisches Cannabis mit Blüten, Extrakten und galenischen Spezialrezepturen – insbesondere für den Palliativbereich.

Apotheker/Apothekerin

Sascha Saßen

Sascha Saßen ist Diplom-Pflegewirt, Schmerzexperte (CEKIP) und seit April 2025 CEO der hesena Gruppe. Im Circle of Experts referierte er zu Schmerzmanagement in der stationären Langzeitpflege und zum Arzneimittelprozess in Pflege- und Palliativversorgung.

Geschäftsführung

Nicolas C. Enriquez

Nicolas C. Enriquez ist Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger sowie Dozent für pflegefachliche Berufe. Mit Master in Health Care Administration berät er freiberuflich zu klinischer Forschung und evidenzbasierter Anwendung von Medizinalcannabis.

Pflegekraft

André Ihlenfeld

Dr. André Ihlenfeld ist Facharzt für Anästhesiologie und Schmerzmediziner sowie medizinische Leitung bei Copeia, wo er Projekte zur patientenbezogenen Datenerfassung unter Cannabistherapie verantwortet (u.a. Physicians Experience Platform). Co-Autor von Publikationen zu Cannabisarzneimitteln.

Arzt/Ärztin

Weitere Informationen

Lieber Sven, erst mal ganz herzlichen Dank, dass du dir wieder die Zeit genommen hast, dir beim dritten Circle of Experts dabei zu sein. Es ist ja schon wieder einiges an Fachwissen hier zum Besten gegeben. In meinen Vorträgen, was viele bestimmt interessieren. Wann hast du das erste Mal Berührungspunkte mit dem Thema Medizinal cannabis gehabt oder generell mit dem Thema Cannabis in der Therapie?

Quasi als absoluter Anfänger, also Arzt im Praktikum in meiner ersten Woche, nachdem ich mein Studium beendet hatte. Also wirklich im Jahr 2000 auf einer Kinderkrebsstation, habe ich ein sehen. Damals gab es ja nur Dronabinol, aber das gab es ja seit 1998, wie man das zur Appetitssteigerung bei krebskranken Kindern einsetzt oder zur Übelkeit. Linderung, wenn nichts mehr hilft. Wir hatten ja bestimmte moderne Antimetika noch gar nicht zur Verfügung und das war so unsere letzte Bewaffnung, die wir dann aus dem Köcher gezogen haben.

Jetzt bist du ja einer der absoluten Pioniere in Deutschland, hast ja auch schon wieder einfach gegen viele Widerstände angekämpft und dich massiv für deine Patientinnen und Patienten eingesetzt. Da haben wir auch schon einiges echt an ganz besonderen Beispielen kennengelernt. Mit wie viel Herzblut, mit wie viel Engagement du dort für die Patienten einsetzt. Magst du zwei, drei Beispiele vielleicht teilen, was wahrscheinlich unzählige Beispiele aus denen aus den letzten Jahren, aber zwei, drei Beispiele einfach mal teilen, die bei dir ganz besonders in Erinnerung geblieben sind.

Ja, ich habe jetzt kürzlich noch mal ein Patient von mir gesehen. Den sehe ich jetzt aktuell vielleicht noch ein, zwei Mal im Jahr, weil es dem so gut geht und wir das eigentlich so auf Autopilot steuern können. Den kenne ich, seitdem er elf Monate alt ist. Also ich habe den als Säugling mit einem nicht operablen Hirntumor kennengelernt und habe den viele Jahre Kinder Onkologe begleitet und dann später schmerzen medizinisch, weil der auch einfach als Spätfolgen irrsinnig viele Probleme noch mit hatte, wo wir lange Zeit nicht wussten schafft das, schafft das nicht mit was für Einschränkungen.

Und ja, Im Langzeitverlauf solcher pädiatrisch-onkologischen Patienten zeigen sich individuelle Therapieverläufe — generalisierende Aussagen sind nicht möglich. Der Kerl ist jetzt Anfang 20 und das ist total schön zu sehen, dass man Menschen auch auf so einer langen Strecke begleiten darf und einfach auch sieht.

Es gibt Therapieoptionen, deren Nutzen indikationsbezogen geprüft wird. Das ist so ein ganz tolles Beispiel. Also es sind hauptsächlich sind es wirklich so pädiatrische Patienten, die ich über viele, viele Jahre betreue und einfach sehe, wie es denen, wie es denen geht. Lewis ist so ein Beispiel. Das ist auch irre. Der steuert jetzt auf das Abitur zu und hat eigentlich nur eins Jahr trotz Cannabis.

Solche Einzelverläufe werden in der Diskussion verbreiteter Mythen zu kognitiven Auswirkungen erwähnt, was man so in den Köpfen drin hat, sondern da haben wir halt auch viel mit Vorurteilen aufzuräumen. Und ich könnte jetzt noch zig Patienten aus der Tasche ziehen, weil es so viele besondere Verläufe und so viele schöne Erlebnisse und gute Momente mit denen gibt. Also Cannabinoide haben sich in meiner palliativmedizinischen Praxis als eine von mehreren Therapieoptionen etabliert.

Das ist mal ein Statement oder eine Aussage. Und Gott sei Dank bist du ja wirklich so mutig seit vielen vielen Jahren und setzt sich so dafür ein. Ich meine, was du gerade beschrieben hast, das ist ja also neben der Lebensqualität, die so ein junger Mensch dann erlangt oder auch bekommt über so viele Jahre, wenn er das dann auch schafft, sich so eine tolle Perspektive aufzubauen, auch beruflich selbstständig wird.

Auch wie du gerade beschrieben hast, der Louis, der mittlerweile aufs Abitur zusteuert, auch mit na ja, das haben wir ja zusammen auch viel erlebt mit einer auch nahen Lebensgeschichte, die schon war. Die hat schon viele Höhen und Tiefen mit Nacken die letzten Jahre echt knackig. Und ja, was kannst oder was möchtest du den Menschen daraus mitgeben, insbesondere deinen Kolleginnen und Kollegen aus dem aus der Medizin, wenn es um Cannabis Therapie geht?

Weil wir haben ja immer noch viele Widerstände. Viele, die sich dem Thema immer noch verwehren, nicht öffnen möchten, skeptisch sind. Was auch immer man was kann man es auch verstehen Natürlich auch. Man braucht auch Zeit, um sich damit auseinanderzusetzen. Aber was kann es ja mitgeben, liebe Kollegen, egal aus welchen Fachbereiche kommt, in der Praxis können einzelne Patient:innen mit klar gestellter Indikation von einer Cannabinoidtherapie profitieren, weil einfach diese Rezeptoren in allen Geweben sitzen und damit bei ganz vielen Erkrankungen ansteuerbar sind.

Informiert euch endlich, bringt euch auf den Stand. Wir haben ein lebenslanges Fort und Weiterbildungs verpflichtungsgebot als Ärzte und jeder, der sich diesem Thema verweigert, Da läuft es mir persönlich eiskalt den Rücken runter, weil ich glaube, wir Ärzte haben doch alle das Ziel, dass es unseren Patienten so gut wie möglich geht. Und dazu muss ich mich auch auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand bringen.

Und jeder, der an dem Thema vorbeisegelt, erntet mein großes Unverständnis. Ja, du hast ja auch mehrere Bücher geschrieben, auch sehr erfolgreiche Bücher. Eines davon, wenn ich mich richtig erinnere, heißt BF. Wer heilt, hat recht, ist der Titel. Das spricht ja auch noch mal dafür. Pflanzen, noch weitere Bücher bzw Pflanzen, vielleicht auch ein speziell rund um das Thema Cannabis Therapie und dann Erfolge.

Also das wäre was denkbares. Das nächste was ich eigentlich mal schreiben möchte ist ein Krimi, der Tod trägt, weiß ja irgendwie schön im Krankenhausbereich. Ja, ich habe viele Ideen. Das Problem ist ja meistens die Zeit zu finden, weil der Tag mit 24 Stunden einfach ich weiß nicht, wer das konzeptioniert hat. Das ist einfach. Das ist sicherlich das Falsche Konzept, entschieden, entschieden, zu kurz.

Aber da, da wird noch was kommen, weil das ja wahnsinnig beeindruckend, das habe ich ja schon mal gesagt, wie du das überhaupt alles hinbekommen es neben sechs Kindern, das darf man, glaube ich, sagen die Du hast mittlerweile was ja schon eine Leistung ist. Na gut, für einen Mann ist das jetzt noch nicht per se eine Leistung, aber der zeitliche Aufwand, der trotzdem deine Lehrtätigkeit, dein Engagement für deine Patientinnen und Patienten sowohl im Bereich der Schmerzmedizin, allerdings auch Palliativmedizin und ja, ist ja ein wahnsinnig anspruchsvolles berufliches Umfeld.

Und ja, nochmal, ich kann wirklich nur sagen Großes Dankeschön, dass du dich so engagierst, dass du mit Herzblut so dabei bist und vor allen Dingen, dass du dein Wissen so teilst und wahrscheinlich auch in den letzten Jahren massive Widerstände hattest, die du alle genommen hast im Sinne der Patientinnen und Patienten. Und deswegen sind wir ganz besonders froh, dass du mit dabei bist.

Und auch hier die Initiative mit unterstützt den Circle of Experts und sich, dass sich möglichst viele Menschen weiter dafür öffnen, das Thema weiter in die Mitte der Gesellschaft kommt. Die Patientinnen, Patienten davon profitieren mehr Lebensqualität dazu durch zu gewinnen usw. Ja, gibt es noch eine Abschlussfahrt? Ja, sehr gerne. Ihr mögt Leute, informiert euch, behandeln eure Patienten vernünftig und dazu gehört in vielen Fällen einfach auch eine Therapie.

Klasse! Ganz herzlichen Dank, lieber Sven. Gerne, gern geschehen.

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