CoE Podcast 2026 mit Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel
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In Kürze

Worum geht es in dem Podcast?

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel ist Inhaber der Professur für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth und seit 2015 Geschäftsführender Direktor des dortigen Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften. Sein Werdegang verbindet Humanmedizin, Philosophie und Theologie – mit einer Promotion zum Dr. med., einer weiteren zum Dr. phil., einer Habilitation in Chirurgie und einer Ehrendoktorwürde der Theologie. Als ehemaliges Mitglied des Deutschen Ethikrats prägt er die ethische Debatte im deutschen Gesundheitswesen seit Jahren mit.

Im dritten Circle of Experts spricht er über die ethischen Dimensionen der Cannabistherapie: Wie verhält sich ärztliche Therapiefreiheit zu evidenzbasierter Medizin? Welche Verantwortung tragen Verschreibende, wenn sie Patientinnen und Patienten mit chronischen Beschwerden gegenüberstehen, für die zugelassene Therapieoptionen ausgeschöpft sind? Und wo liegt die Grenze zwischen einem patientenorientierten Therapieversuch und einem unkritischen Umgang mit einem noch nicht abschließend erforschten Wirkstoff?

Nagel plädiert für mehr realweltliche Studien, um besser zu verstehen, was im Versorgungsalltag tatsächlich geschieht – jenseits enger RCT-Settings. Mit seinen Forschungsschwerpunkten in Public Health, Prävention, Gesundheitsförderung, Medizinethik, Priorisierung und Gesundheitsökonomie liefert er einen seltenen Blick: die Cannabis-Debatte aus der Perspektive einer reflektierten, gesellschaftlich verantworteten Medizin. Die Folge richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Gesundheitsökonom:innen und gesundheitspolitisch Interessierte, die das große Ganze hinter der Einzelentscheidung sehen wollen.

Drei Formate an einem Tag - der Circle of Experts

Mann hält Vortrag über Cannabis im Alter vor Publikum im Hotelkabinett.

Fachvorträge

Klinische Praxis aus Schmerz- und Palliativmedizin, Neurologie, Pharmakologie, Pflege und Apotheke. Kurze Slots, hoher Praxisbezug, Q&A direkt im Anschluss.

Frau mit Mikrofon spricht bei einem Treffen, umgeben von anderen Zuhörern in einem Büro.

Fachdiskussionen

Moderierter Austausch zwischen Klinik, Praxis, Apotheke und Pflege. Themen werden vorab gesammelt und gemeinsam priorisiert.

Frau mit Brille in Gespräch mit einem Mann, der eine Wasserflasche hält, in lockerer Umgebung.

Netzwerken

Klinik, Praxis, Apotheke und Pflege kommen in kleinen Tischrunden gezielt miteinander ins Gespräch, vertiefen Kontakte aus dem Tagesprogramm und knüpfen neue Verbindungen.

Beim nächsten Circle of Experts dabei sein.

Die Plätze vor Ort sind begrenzt. Bitte melden Sie sich verbindlich an — eine Bestätigung mit allen Details zum Programm erhalten Sie unmittelbar nach Ihrer Anmeldung.

Die Fachexpert:innen

Klinik, Forschung, Apotheke und Pflege — die Sprecher:innen kommen aus den Bereichen, in denen Medizinalcannabis täglich angewendet wird.

Portrait von Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Im Circle of Experts beleuchtet er ethische Aspekte der Medizinalcannabis-Therapie und plädiert für realweltliche Studien.

Arzt/Ärztin
Portrait von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen

Prof. Dr. med. Thomas Herdegen

Prof. Dr. med. Thomas Herdegen ist Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie, langjähriger stv. Leiter des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie am UKSH Kiel. Mitautor der Praxisleitlinie Cannabis und Träger des Deutschen Schmerzpreises 2024.

Arzt/Ärztin
Portrait von Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander

Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander

Dr. med. Dipl.-Chem. Konrad F. Cimander ist Facharzt für Allgemein- und Suchtmedizin, leitet das Kompetenzzentrum K.C.M. Hannover für Cannabismedizin und ist Präsident der Deutschen Medizinal-Cannabis-Gesellschaft (DMCG). Lehrbeauftragter zu Suchtmedizin, Psychopharmakologie und Cannabismedizin.

Arzt/Ärztin
Portrait von Prof. Dr. med. Kirsten Müller-Vahl

Prof. Dr. med. Kirsten Müller-Vahl

Prof. Dr. med. Kirsten Müller-Vahl ist Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie an der MHH und 1. Vorsitzende der ACM und IACM. Sie leitet randomisierte kontrollierte Studien zu Cannabinoiden bei Tourette-Syndrom und Tic-Störungen.

Arzt/Ärztin
Portrait von Prof. Dr. Sven Gottschling

Prof. Dr. Sven Gottschling

Prof. Dr. med. Sven Gottschling ist Chefarzt des Zentrums für altersübergreifende Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Über 25 Jahre Erfahrung mit Cannabis-Verordnungen in Palliativ- und Schmerztherapie.

Arzt/Ärztin
Portrait von Dr. Christiane Neubaur

Dr. Christiane Neubaur

Dr. Christiane Neubaur ist Apothekerin und Geschäftsführerin des Verbands der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA). Sie moderiert die Podcasts „VCA Hanf Gespräch“ und „ArztCann“ und ist Co-Autorin des Sachbuchs „Cannabis – Heilkraft der Natur“.

Arzt/Ärztin
Portrait von Dr. med. Matthias Giesel

Dr. med. Matthias Giesel

Dr. Matthias Giesel ist Facharzt für Anästhesiologie und leitet die Schmerzklinik am Marienkrankenhaus Soest sowie die Praxis für Schmerztherapie und Palliativmedizin im Hospitalverbund MVZ Soest. Beratertätigkeit für die Pharmaindustrie zu Medicinal Cannabis.

Arzt/Ärztin

Dr. med. Daniel Huse

Dr. med. Daniel Huse ist Facharzt für Anästhesiologie mit Schwerpunkten Schmerztherapie, Palliativ- und osteopathische Medizin. In seiner Einzelpraxis in Remagen ist medizinisches Cannabis seit 2017 fester Bestandteil der Behandlung chronischer Schmerzen.

Arzt/Ärztin

Johannes Hoffmann

Johannes Hoffmann ist Apotheker und Gründer der Alle Farben Apotheke (Schreibersche Apotheke Melle), spezialisiert auf medizinisches Cannabis mit Blüten, Extrakten und galenischen Spezialrezepturen – insbesondere für den Palliativbereich.

Apotheker/Apothekerin

Sascha Saßen

Sascha Saßen ist Diplom-Pflegewirt, Schmerzexperte (CEKIP) und seit April 2025 CEO der hesena Gruppe. Im Circle of Experts referierte er zu Schmerzmanagement in der stationären Langzeitpflege und zum Arzneimittelprozess in Pflege- und Palliativversorgung.

Geschäftsführung

Nicolas C. Enriquez

Nicolas C. Enriquez ist Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger sowie Dozent für pflegefachliche Berufe. Mit Master in Health Care Administration berät er freiberuflich zu klinischer Forschung und evidenzbasierter Anwendung von Medizinalcannabis.

Pflegekraft

André Ihlenfeld

Dr. André Ihlenfeld ist Facharzt für Anästhesiologie und Schmerzmediziner sowie medizinische Leitung bei Copeia, wo er Projekte zur patientenbezogenen Datenerfassung unter Cannabistherapie verantwortet (u.a. Physicians Experience Platform). Co-Autor von Publikationen zu Cannabisarzneimitteln.

Arzt/Ärztin

Weitere Informationen

Ja klasse, lieber Eckhard, erst mal ganz herzlichen Dank, dass Du es wieder eingerichtet hast, hier beim dritten Circle of Experts wieder mit dabei zu sein. Dass du auch von deinem Know how und deiner vielen Erfahrung, die du hast, die Menschen hier profitieren lässt. Jetzt hast du ja eine beeindruckende Laufbahn, eine beeindruckende Vita. Ich glaube, das wäre schon ein ganz füllendes Programm.

Wahrscheinlich könnte man den ganzen Tag hier über deine ganzen verschiedenen Tätigkeiten und Stationen sprechen. Du bist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Du hast was lange im Ethikrat aktiv, als Transplantationsmediziner. Viele, viele Jahre sehr, sehr renommiert, Was viele Menschen bestimmt interessieren wird es Wie hast du Berührungspunkte zum Thema Medizinal cannabis bekommen und was fasziniert dich an dem Thema, das dich da so mit für engagierst und mit einsetzt?

Ja, also du hast ja gerade gesagt, ich komme aus der Transplantationsmedizin gelernt, da fängt meine Geschichte mit Medizinal Cannabis an, habe ich aber in den USA habe ich dort studiert, an der Dartmouth Medical School. Das ist ein kleiner Ort. Hannover, New Hampshire. Und dort habe ich sowohl Teile meiner normalen Ausbildung gemacht, wie auch später das sogenannte Praktische Jahr, also wo man die ersten Erfahrungen gesammelt hat in dem Alltag der Medizin.

Und ich wollte immer gerne Kinderarzt werden. Insofern habe ich natürlich auch Kinderheilkunde gewählt, wurde dann aber eingeteilt auf einer Kinderintensivstation. Wenn man heute auf Kinder Intensivstationen geht, dann ist man fasziniert, was man alles schaffen kann und hat sich jetzt gerade wieder bei uns im Klinikum ein Kind mit einem Geburtsgewicht von 450 Gramm, wo man dann so denkt, wie kann das werden?

Aber es wird und wir können heute so viel leisten, dass eben hier auch ein Kind, was so früh geboren wird, doch ins Leben kommt. Aber das war in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ein bisschen anders und war sehr belastend, weil viele der Kinder, die nun damals auch noch deutlich größer waren, andere starben, ohnehin mit vielfältigen Versuchen sozusagen am Leben gehalten wurden und die Eltern natürlich sehr eng verbunden waren im Hinblick auf Angst und Sorge und mit uns auch Studierenden natürlich dann immer ins Gespräch kamen, weil man kriegte keinen richtigen Professor.

Aber an den jungen Studenten konnte man natürlich fragen Wie ist es und wie geht es? Und dabei habe ich gelernt, dass in den 80er-Jahren in einzelnen US-Beobachtungen historische Anwendungen bei Frühchen dokumentiert wurden — ohne Übertragbarkeit auf heutige Praxis. Als ein Bestandteil von vielen anderen habe ich mir das gemerkt. Und als ich später in der Transplantationsmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover war, haben wir die Kindertransplantation besonders intensiv vorangetrieben.

Ich selbst war dann schon entschieden, kein Kinderarzt, sondern Chirurg zu werden, habe aber die Kindertransplantation immer sozusagen als eines der Verbindungselemente zu meinen ursprünglichen Vorstellungen behalten. Mache ich ja bis heute und wollte dann eben in einem etwas schwierigen Fall Kind nach Lebertransplantation, die mit einer sehr langen, ähm auch intensiven medizinischen Phase eben noch im ersten Lebensjahr Medizinal Cannabis einsetzt.

Im Diskurs mit Kollegen wurde damals der Einsatz erwogen, jedoch nicht umgesetzt, wenn man so ein bisschen unentschieden und wussten nicht so richtig, wie man die Beatmung einstellen sollte etc. Und auf diese Frage können wir nicht medizinisch Cannabis einsetzen, kriegte ich ein großes Staunen. Das Gesicht des iatrischen Oberarzt, der dann zu mir gesagt hat Also das haben wir gar nicht und später in einer anderen Diskussion haben, will ich erst gar nicht sagen, hieß es dann.

Also der Nagel hat dann vorgeschlagen, Medizinal Cannabis soll auf den Hauptbahnhof gehen. Ja, also da war er sozusagen Mitte der 90er Jahre in Deutschland. So und so auch ganz starke Aversion, was mich wirklich irritiert hat und wo ich dachte, das kann doch nicht sein. Ich habe doch damals gelernt, hatte auch gute Kontakte. Weiter natürlich in die USA, hab mich dann da erkundigt, fand, dass sich das sehr positiv weiterentwickelt hatte etc. und bin deshalb natürlich sensibilisiert worden im Hinblick auf diese Frage, was es anzuwenden und was nicht anzuwenden.

Und ich war ja dann Gründungsmitglied des Nationalen Ethikrates 2001 und habe natürlich diese Fragen dann mit aufgenommen im Hinblick auf die Diskussion Was sind denn eigentlich Beweggründe, dass wir medizinischen Fortschritt positiv bewerten oder negativ? Manche erinnern sich vielleicht noch an die Diskussion über embryonale Stammzellen. Darf man die verwenden oder nicht? In manchen Ländern wurden sie verwandt. Wir hatten junge Mediziner, die Forschungsarbeiten in Israel machten und sich damit strafbar gemacht hatten.

Also diese Fragen sind dann tatsächlich sehr unterschiedlich in der Welt beurteilt. Na ja, und so bin ich halt, habe ich mich um dieses Thema gekümmert und mit großer Freude gesehen, dass dann die cannabisverarbeitende Industrie in Deutschland in den darauffolgenden Jahren erheblich an Bedeutung gewandt hat. Und letztendlich glaube ich, ist eure Firma, allem die Pharma ja eine, die von jungen Menschen aufgebaut worden ist, die gesagt haben Mensch, da tut sich was, da kann man etwas beitragen, da kann man etwas Gutes tun und gleichzeitig auch im wirtschaftlichen Erfolg realisieren.

Und daran freue ich mich und deshalb unterstütze ich das auch gerne. Klasse, Jetzt ist es ja so, dass deswegen machen wir auch unter anderem so eine Veranstaltung hier, den Circle of Experts, dass es noch viel Aufklärungsarbeit bedarf. Das ist gerade in der in der medizinischen Welt noch viele Widerstände gibt das viele Mediziner Mediziner geben, die sagen Nein, da halte ich gar nichts von sich, auch nicht dem Thema gegenüber öffnen, obwohl mittlerweile ja viele tolle Erfolge da sind und viele sichtbare Erfolge, die dazu führen, dass den Menschen wieder mehr Lebensqualität bringt.

Und ja, was kannst du vielleicht deinen Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg bringen, die vielleicht noch so ein bisschen knurrend vielleicht noch sagen Ich öffne mich dem Thema nicht, Ich halte da gar nichts von was? Was würdest du diesen Menschen sagen oder empfehlen? Ja, immer müssen wir ja nochmal. Das diskutieren wir ja auch hier und heute die Frage stellen woher kommt Medizinal Cannabis in die Medi oder seit wann haben wir Medizinal Cannabis in der Medizin?

Und da kann man ja feststellen, das haben wir über tausende von Jahren schon in der traditionellen chinesischen Medizin, Vedischen Medizin etc. Da gab es Cannabis, gab es nicht bei uns. Also Hildegard von Bingen hatte das noch nicht entdeckt, weil es einfach nicht in unseren Vorgärten wächst. Also relativ simpel. Wahrscheinlich hätte sie es uns aufgenommen in ihrer Beschreibung, die ja ganz stark dann später auch unser Verständnis von Medikamenten geprägt hat.

Das wäre wahrscheinlich bei Cannabis in ähnlicher Weise so gewesen, wenn wir nicht die Situation gehabt hätten, dass Migranten, die in den USA in den zum Jahrhundertwechsel 1900 gekommen waren, aus Südamerika und aus Indien Cannabis als Rauschmittel verwandt hatten, einfach um mit der schwierigen Situation in einer Industrialisierungsphase war insgesamt wahnsinnig schwierig zu leben, dann auch sozusagen in ein neues Land.

Man mag sich Amerika um 1900 vorstellen, da war das Leben sicherlich sehr hart. In vielen Bereichen und gleichzeitig hat das war das eine ganz starke puritanische Prägung. Manche erinnern sich an den Verbot von Alkohol. Man hat gesagt, alles, was mit Rauschmitteln zu tun, da müssen wir verbieten. Und da ist aufgrund der Unkenntnis der angestammten Amerikaner im Hinblick auf ihre Zugereisten, die man meint, alle waren Zugereiste, mehr oder weniger zugereisten Volksgruppen, die statt Alkohol rauchten, hat man gesagt das muss man verbieten.

Und 1937 kam sozusagen eine Verbotsgesetzgebung, dass Marihuana als Rauschmittel diskreditierte. So, und aus dieser Perspektive ist es übernommen worden in good old Europe. Trotz der schwierigen Phasen damals in der Zeit, hat es sich festgesetzt, dass man am Ende des Tages Marihuana und damit Cannabis in eine solche Kategorie gesetzt hat und die positiven Erfahrungen, die es über Jahrtausende gab, einfach mal vom Tisch gewischt hat.

So, und ich glaube, das ist eine schwierige soziale Aufgabe, das tatsächlich zu transportieren, deutlich zu machen und zu sensibilisieren dafür, dass es eben das ist gerade gesagt mittlerweile klinische Studien mittlerweile gibt, wo man sagen kann, also hier ist ein Medikament in unterschiedlichen Darreichungsformen. Das ist natürlich eine wichtige Frage. Das sind allerdings Formen unterschiedlichen Kombinationen möglich. Das in ganz spezifischen Fällen für viele Patientinnen und Patienten nutzbar ist.

Und ich nenne mal ein Thema, die Poly Pharmakologie. Also wir haben mittlerweile viele ältere Patienten, ja, in einer älter werdenden Gesellschaft, die, also wenn sie zu mir kommen, zehn Medikamente verschrieben haben, ist nicht wenig. Ja, es gibt ja auch schon deutlich darüber und viele auch in der Kombination, gerade bei Psychopharmaka und dass man sagt, okay, ein Medikament hat zum Teil erhebliche Nebenwirkungen, da geben wir noch dieses etwas anderes Wirkungsspektrum und das im drei vier Medikamente sozusagen alleine nur um ihre Angst zu behandeln, wo man sich dann fragt ist das jetzt eigentlich so günstig, wie man sehen kann und auch in den Leitlinien ja mittlerweile darüber diskutiert, dass hier Medizinal Cannabis ein Ersatz wäre für diesen

Cocktail in Anführungsstrichen, der eben auch schlecht zu zitieren und in der Behandlung schwierig ist, Dann kann man erkennen, dass wir einen dringenden Klärungsbedarf haben, ob wir nicht wirklich eine ganz andere Offenheit dafür gewinnen, dieses Medikament einzusetzen und damit andere zu reduzieren. Also ich halte es für aktuell eines der wichtigsten Themen, wie und in welcher Art und Weise wir praktisch in einer älter werdenden Gesellschaft mit einer großen Zunahme um Schmerz Thematik einer großen zu einer psychischen Störung, eine großen Zunahme an klassischen Organinsuffizienz, ein Darmtätigkeit etc. da hier ein Das ist ja die Grundlage in keiner System was wir haben, was sozusagen jetzt zeptoren hat, wo diese Medikamente wirken können, das zu nutzen, um tatsächlich eine bessere

medikamentöse Behandlung durchzuführen. Und deshalb ist die Fortbildung so wichtig. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir auch viele Kollegen in der Ausbildung schon daran bringen, damit Erfahrungen zu sammeln. Und natürlich, das ist nun mal in Deutschland, glaube ich, wie in Europa generell. Wir haben eine akademisierte Medizin. Es muss sozusagen an den Universitäten entsprechend gelehrt und aufgenommen werden, damit es sich dann auch verbreiten kann und damit junge Leute möglichst im Studium schon darüber etwas erfahren.

Das beginnt langsam, aber das heißt natürlich auch noch lange weg. Aber danke, dass du dich dafür so mit einsetzt. Jetzt mal ganz weg vom Thema Medizinal Cannabis. Habe ich eine Frage noch im Kopf. Wir haben uns ja schon diverse Male unterhalten, auch über ja viele Operationen, die du durchgeführt hast, um es eine, ja eine Operation im Gedächtnis geblieben.

Du hast mal erzählt, dass du wirklich über viele, viele Stunden. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das noch richtig im Kopf habe. Ich glaube sogar 30 Stunden sogar Säuglinge operiert hast und Herzklappen Herzklappen transplantiert. Oder was war es genau als in Leber Leber schuldig und dann war es so, dann war es so rum. Sorry, dann habe ich das falsch in Erinnerung gehabt.

Was? Wie bringt man so viel Motivation auf so viel Energie um? Diese Konzentration über so viele Stunden aufrechtzuerhalten, um so eine schwierige Operation, aber vor allen Dingen so einen langen Zeitraum durchzuführen? Also was? Das ist was, was mich die ganze Zeit schon beschäftigt. Wie kriegt man das hin? Na ja, ich glaube, das ist auch unser Körper, der uns mit Botenstoffen versorgt.

Das Adrenalin kennen alle, die sich mal ordentlich erschrocken haben und wissen, was das für ein Herzrasen macht für entsprechende körperliche Symptome. Das kann aber, wenn es auf einem positiven hohen Level ausgeschüttet wird, weil man eben sozusagen hier um Leben kämpft und damit sozusagen eine ganz existenzielle Ebene des Handelns und Verantwortung auch empfindet. Dass das dann tatsächlich dazu führt, dass man so eine starke Aufmerksamkeit hat.

Das Anstrengende bei solchen langen Operationen, die wir häufig durchgeführt haben, ist nicht der Operateur, also du selbst, der du sozusagen in diesem Adrenalin stehst, weil du weißt, du hast eine Vorstellung, du weißt, wo du hin willst, du weißt, wie viele Schritte noch kommen. Du hast eine Ahnung davon, was du erreichen kannst, Aber wenn du sozusagen Assistentin und Assistent bist, an dritter oder vierter Stelle, nicht der sozusagen kooperierende, dann wird es lang, weil du hast.

Du musst eine bestimmte Aufgabe erledigen. Und da sind wir. Früher wurden wir einfach stehen gelassen, hast dann manchmal so zehn, zwölf Stunden da gestanden und was wirklich physisch auch am Ende, weil du nie wusstest, wann hört das ja eigentlich auf und heute ist es so, dass wir tatsächlich eben unsere Assistentin und Assistentin wechseln lassen und den Ausbildungs. Der Grund, warum Assistent ja da ist.

Also was lernen, Die Ausbildung nach vorne bringen und dann dadurch eine andere sozusagen Aufmerksamkeit haben. Aber du als Operateur hast eigentlich dieses Problem nicht. Wie lange braucht man dann, um sich zu regenerieren? Nach so einer langen Operation? Ich glaube, gar nicht so furchtbar lange, weil das ist ja ein Unheil. Also wenn es gut geht, ja das Und meistens geht es gut.

Nicht immer dann natürlich auf längere Sicht. Aber von der Operation, ja, wenn es gut geht, dann ist es ein unheimlicher Stimulus. Dann ist es unheimlich Befriedigung, dass man etwas geschafft hat. Und insofern, glaube ich, ist man dann auch in der Lage, diese Zeit dann aufzubringen und ja, auch das physisch zu leisten.

Es sind eigentlich die schönsten Momente. Wenn ich jetzt auf meine etwas längere Medizinkarriere zurückblicke. Diese Extremsituationen sind eigentlich die, die dir wirklich im Gedächtnis bleiben. Das ist das, was zu sagen dir auch eine Dankbarkeit gibt, dass es überhaupt möglich war, dass wir die Rahmenbedingungen auch in unserem Land haben, so etwas zu tun. Ich habe natürlich auch andere Erlebnisse, wo man merkt, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind.

Ich war beteiligt, manche werden das noch wissen an Device Unfall also nicht beteiligt, sondern an der Rettung von Menschen beteiligt. VICE und für den Eschede. Und da haben wir auch 48 Stunden eigentlich im Dauereinsatz gestanden. Aber eben doch mit manchen Situationen, die wir nicht retten konnten. Und das sind so Dinge, die begleiten einen dann das ganze Leben. So, das sind Dinge, die prägen sich einfach ein.

Die Leute sind sozusagen dann immer wieder Gegenstand der Reflexion. Und wie gesagt, die positiven bleiben natürlich die heiler Klasse. Aber vor allen Dingen ist es toll, dass es so Menschen wie dich gibt, die diese Energie aufbringen, dieses Engagement mit Aufträgen aufbringen und dieses Herzblut auch mit reinbringen, überhaupt so etwas zu leisten, weil wir ja alle davon auch profitieren können und profitieren dürfen.

Und dankbar sein können, dass es solche Menschen wie dich gibt. Ganz herzlichen Dank! Danke, dass du mit dabei bist, wieder für deine Zeit und vor allen Dingen, dass du die Menschen an deinem und an deiner Erfahrung mit teilhaben lässt. Vielen herzlichen Dank, lieber Eckart. Sehr gerne, lieber Kino. Alles Gute auch für euch. Danke!

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